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Giovanni Segantini
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Giovanni Segantini (* 15. Januar 1858 in Arco (Tirol, Kaisertum Ăsterreich); â 28. September 1899 auf dem Schafberg bei Pontresina, Kanton GraubĂźnden, Schweiz; vollständiger Name Giovanni Battista Emanuele Maria Segatini [sic!]) war ein in Welschtirol als Ăśsterreichischer StaatsbĂźrgercite-ref-stutzer-w-spe200-1-0[1] geborener Maler des realistischen Symbolismus. Er galt als Meister der Hochgebirgslandschaft und begann frĂźh mit der Freilichtmalerei. Segantini entwickelte eine eigene Version der pointillistischen Maltechnik, mit deren Hilfe er das ungebrochene Licht der Hochgebirgswelt wiedergeben und die naturalistische Wirkung seiner Bilder steigern konnte.cite-ref-2[2]
Contents
⢠Leben
⢠Herkunft
⢠Der Kßnstler
⢠Rezeption
⢠Schutzhßtten
⢠Werke (Auswahl)
⢠Literatur
⢠Filme
⢠Weblinks
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Leben
Herkunft
Die Familie Segatini [sic!] stammte aus dem an der Etsch bei Verona gelegenen Bussolengo, das durch seine Leinen- und Seidenweberei bekannt war. Auch Johannes Maria Segatini (* 3. Mai 1718), der UrgroĂvater von Giovanni Segantini, sowie sein GroĂvater Anton Giovanni Segatini (* 7. Mai 1743) widmeten sich diesem Gewerbe. Nachdem die Seidenweberei und der damit verbundene Handel in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stark zurĂźckgegangen waren, wanderte mit den Arbeitern der GroĂvater ins Trentino aus und lieĂ sich als Seidenweber in Ala nieder, wo sich eine blĂźhende Seidenindustrie entwickeln sollte. Zwischen 1788 und 1802 wurden ihm acht SĂśhne geboren, darunter als jĂźngster Agostino Segatini, der der Vater des KĂźnstlers werden sollte. Aloisio Segatini, ein älterer Bruder von Agostino, lieĂ sich als erster der Familie in Trient nieder, der jĂźngere Bruder kam später nach und gab das alte Familiengewerbe auf, um Käsehändler zu werden.
Segantinis Mutter, Margherita Girardi, entstammte einem in Castello-Molina di Fiemme sesshaften alten Fleimstaler Geschlecht. Margherita Girardi war eine direkte Nachfahrin Francesco Girardis, eines kaiserlichen Hofrats und Obersts, âder die tirolischen Milizen organisierte und Verfasser einer in der Militärliteratur klassisch gewordenen Publikation, dem âHandbĂźchl zum Exercierenââ.cite-ref-ronte1-3-0[3] Der Name Girardi ist im ladinischen Gebiet stark verbreitet, und man findet ihn zudem auĂerhalb des Fleimstals im Gebiet des Rollepasses, zu FĂźĂen des Cimone della Pala und im Ampezzotal, von wo fernerhin Alexander Girardi herstammte.cite-ref-ronte1-3-1[3]
FrĂźhe Jahre (1858â1875)
Giovanni Battista Emanuele Maria Segatini, so sein eigentlicher Name, den er später in Segantini änderte,cite-ref-4[4] wurde 1858 im damals Ăśsterreichischen Arco nĂśrdlich des Gardasees als Kind des Schreiners Agostino Segatini (* 1802; â 20. Februar 1866) und seiner dritten Frau, Margherita de Girardi (* 4. September 1828 in Castello; â 3. März 1865 in Trient) geboren. Ein um sechs Jahre älterer Bruder kam am 20. Juli 1858 bei einem Brand ums Leben.
Nach dem frĂźhen Tod der Mutter (sie starb mit 36 Jahren) brachte ihn der alkoholkrankecite-ref-5[5] Vater zu einer Tochter aus erster Ehe, Irene. Diese empfand den Kleinen als Belastung, und Giovanni riss deshalb aus, wann immer es ging. Im Juli 1865 trieb der Hass die Halbschwester so weit, dass sie in einem Schreiben an die Innsbrucker BehĂśrde dazu aufforderte, Giovanni die Ăśsterreichische StaatsangehĂśrigkeit zu entziehen. Dies geschah: Nach den repressiven Gesetzen, die im damaligen Kaiserreich Ăsterreich fĂźr die italienischen Herrschaftsgebiete galten, konnte einem Siebenjährigen die StaatsangehĂśrigkeit entzogen werden.
Segantini blieb sein ganzes Leben staatenlos. 1870 wurde er ohne Papiere aufgegriffen, und da sein Vater gestorben war, landete er in der Erziehungsanstalt Riformatorio Marchiondi. Dort erlernte er den Beruf des Schusters. Segantini erhielt aber keinerlei Schulbildung, sodass er lange Analphabet blieb. Erst durch seine spätere Frau lernte er einigermaĂen Lesen und Schreiben.cite-ref-6[6] Ein alter Anstaltsgeistlicher nahm sich seiner an. Er erkannte seine zeichnerische Begabung, erzählte ihm vom MalermĂśnch Fra Angelico und erlaubte ihm, zu zeichnen und zu modellieren.cite-ref-zbinden-s11-7-0[7] Durch Interventionen seines Halbbruders Napoleone konnte er 1873 die Besserungsanstalt verlassen und arbeitete bis 1874 in dessen Photo- und Drogeriegeschäft in Borgo Valsugana.cite-ref-stutzer-w-spe200-1-1[1] Daraufhin kam er nach Mailand und arbeitete seit 1875 beim ehemaligen Garibaldi-Anhänger Luigi Tettamanzi, einem Maler von Heiligenfahnen, Transparenten und Wirtshausschildern, KomĂśdiant und Verfasser historischer Dramen. Tettamanzi stellte ihn als Gehilfen an und erteilte ihm Zeichenunterricht.cite-ref-zbinden-s11-7-1[7]
Mailand (1875â1880)
Im Jahr 1875 schrieb er sich an der Kunstakademie Brera in Mailand ein, belegte Tageskurse in Malerei und Abendkurse in Ornamentik. Bei einer nationalen Ausstellung der Brera erregte er bereits 1879 mit seinem ersten grĂśĂeren Bild, dem ChorgestĂźhl von SantâAntonio, bei Lehrern und SchĂźlern Aufsehen durch die neuartige Behandlung des Lichts.
âIch war sicher nicht darauf bedacht, ein Kunstwerk zu schaffen, sondern mich einfach in der Malerei zu betätigen. Durch ein geĂśffnetes Fenster drang ein Lichtstrom ein, der die in Holz geschnitzten Sitze des Chores mit Helligkeit ĂźbergoĂ. Ich malte diesen Teil und bemĂźhte mich vor allem, das Licht festzuhalten, und sogleich begriff ich dabei, daĂ man beim Mischen der Farben auf der Palette weder Licht noch Luft bekam. So fand ich das Mittel, die Farben echt und rein anzuordnen, indem ich auf der Leinwand die Farben, die ich sonst auf der Palette gemischt hätte, ungemischt die eine neben die andere setzte und dann es der Netzhaut ĂźberlieĂ, sie beim Betrachten des Gemäldes auf ihre natĂźrliche Entfernung zu verschmelzen.âcite-ref-8[8]
Das durch ein Seitenfenster belichtete ChorgestĂźhl von âSantâAntonioâ galt damals bei den Perspektive-SchĂźlern als unlĂśsbares Problem. Man wollte Segantini den mit 5000 Lire dotierten âPrincipe-Umberto-Preisâ verleihen. Neider und Feinde wussten dies zu verhindern, indem sie die Jury darauf aufmerksam machten, dass Segantini Ăsterreicher und kein Italiener war.cite-ref-9[9] Das Bild wurde von der Gesellschaft der SchĂśnen KĂźnste von Mailand erworben. Später bekam er den Auftrag, fĂźr die Studenten kolorierte anatomische Zeichnungen anzufertigen, wodurch er sich selbst gute anatomische Kenntnisse aneignete.
Wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Professoren an der Brera verlieĂ er diese nach zwei Jahren. Im selben Jahr lernte er in der âGalleria Vittore ed Alberto Grubicyâ in Mailand den Kunstkritiker und -händler Vittore Grubicy de Dragon (1851â1920) kennen. Die Galerie veranstaltete eine Gedächtnisausstellung fĂźr den frĂźh verstorbenen Tranquillo Cremona (1837â1878). Segantini betrat die Ausstellung in ärmlicher Kleidung und groben Schuhen. Er wurde von Grubicy zurechtgewiesen, betrachtete die Gemälde weiterhin aufmerksam, entschuldigte sich und gab sich als Maler zu erkennen. So begann eine Beziehung und Freundschaft fĂźrs Leben, und die finanzielle Not Segantinis hatte vorerst ein Ende, denn Grubicy verschaffte ihm Aufträge fĂźr Stillleben und brachte die Bilder Segantinis in den Kunsthandel. Zudem brachte ihn der weitgereiste Grubicy mit Reproduktionen von Kunst seiner Zeit in BerĂźhrung, was fĂźr Segantini eine der wenigen MĂśglichkeiten war, Kenntnis vom Luminismus der Haager Schule, dem Neoimpressionismus und Ăźber andere KĂźnstler wie beispielsweise Anton Mauve und Jean-François Millet und ihre Werke zu erhalten.cite-ref-10[10]
Brianza (1880â1886)
Im Jahr 1880 bezog Segantini sein erstes Atelier in der Via San Marco nahe der Navigli in Mailand, das er als Mailänder Domizil behielt. Hier lernte er die siebzehnjährige Luigia Bugatti (1863â1938) kennen, genannt Bice, die Schwester seines MitschĂźlers und Freundes Carlo Bugatti, der später in Mailand und Paris ein gesuchter MĂśbelschreiner wurde. Bice stand Modell fĂźr das Bild La Falconiera (Die Falknerin) aus dem Jahre 1880, ein romantisches Bild, das die Verliebtheit des Malers widerspiegelt. Die Heldin des Bildes heiĂt âBice del Balzoâ und nahm in den Augen des verliebten Malers âirdische Gestalt in den weiblichen Formen der geliebten Luigia Bugatti an, die von nun an seine Bice wurde.âcite-ref-11[11] Heiraten konnten sie nicht, da er staatenlos war.
1881 zog er mit Bice nach Pusiano in der Brianza, einer ländlichen, hĂźgeligen Seenlandschaft zwischen Lecco und Mailand. Das Paar bekam dort zwei SĂśhne: Gottardo Guido (1882â1974),cite-ref-12[12] später selbst Maler und Biograf seines Vaters, und Alberto (1883â1904). Sein dritter Sohn Mario (März 1885â1916) und die Tochter Bianca (Mai 1886â1980) wurden später in Mailand geboren. Mario wurde ebenfalls Maler und Bianca brachte 1909 in Leipzig die Schriften und Briefe ihres Vaters in deutscher Sprache heraus. 1882 bezog die Familie Segantini einen Herrschaftssitz in Carella, wo Segantini den lombardischen Maler Emilio Longoni (1859â1932) kennenlernte, der eine Zeitlang im selben Haus lebte und arbeitete.cite-ref-stutzer-w-spe1-13-0[13]
Segantini studierte ausfĂźhrlich die âNatura mortaâ und entwickelte in zahlreichen Stillleben eine naturnahe Malerei. Oft malte er Blumen, da sie fĂźr ihn die reine SchĂśnheit der Natur verkĂśrperten. Hier, am Lago di Pusiano, entstand 1882 die erste Fassung von Ave Maria auf der Ăberfahrt, welche zwei Jahre später an einer Ausstellung in Amsterdam ausgezeichnet werden sollte. Diese erste Fassung ist nicht mehr erhalten.
Am 20. Januar 1883 unterzeichneten Segantini und Grubicy einen Vertrag, worin Segantini seinen Mäzen und Händler ermächtigte, Bilder mit dem Monogramm âG.S.â zu signieren, ihn in allen Ăśffentlichen und privaten Belangen zu vertreten sowie Ăźber sein Schaffen und seinen Besitz zu verfĂźgen.
1884 verlieĂ Segantini mit seiner Familie Carella und zog nach Corneno. 1885 bis 1886 hielt er sich ein halbes Jahr in Caglio in der Lombardei, wenige Kilometer von Carella entfernt, auf. In einem seiner bedeutendsten Werke, An der Stange, einer groĂflächigen, lichtvollen und weiträumigen Komposition, fasste er die Erfahrungen in der Brianza zusammen. Das Bild stellte die bisherige Summe seiner malerischen Entwicklung dar und nahm etwas von seinem Triptychon Sein, Werden, Vergehen vorweg.cite-ref-14[14]
Savognin (1886â1894)
Der Landschaft ĂźberdrĂźssig, verlieĂ Segantini 1886 die Brianza, zog fĂźr sechs Monate mit seiner Familie nach Mailand und fĂźhrte Auftragsarbeiten fĂźr das lombardische GroĂbĂźrgertum aus. Nach einem langen Ausflug Ăźber Como, Livigno, Poschiavo, Pontresina und Silvaplana lieĂ er sich in Savognin im Oberhalbstein im Haus âPeterelliâ nieder, wo er bis 1894 mit seiner Familie lebte. Motive aus dem Dorf- und Alpleben verarbeitete Segantini zu Bildern, in denen die bäuerlichen Menschen in die Landschaft einbezogen waren. Zahlreiche seiner groĂen Werke entstanden hier. So schuf er eine neue Fassung von Ave Maria bei der Ăberfahrt, bei der er zum ersten Mal mit der Technik des Divisionismus experimentierte. Auch eines seiner populärsten Bilder, Die beiden MĂźtter, entstand in Savognin. Das Werk Die Scholle von 1890 befindet sich heute in der Neuen Pinakothek in MĂźnchen.
In den Niederlanden, Belgien, Deutschland, später auch in Ăsterreich, aber auch in Japancite-ref-15[15] hatte er BerĂźhmtheit erlangt und wurde von Max Liebermann und Ludwig Fulda besucht. Giovanni Giacometti und der junge Cuno Amiet, den er bei einem Sommerurlaub 1896 in Stampa bei Giacometti kennenlernte, erfuhren seine wohlwollende FĂśrderung.cite-ref-16[16] Im Rahmen der Weltausstellung 1886 in London war Segantini bei der Italian Exhibition einer der bestvertretenen KĂźnstler, wodurch seine internationale Präsenz bestätigt wurde. 1889 war er mit Werken in der italienischen Abteilung auf der Weltausstellung in Paris vertreten, und das Bild KĂźhe an der Tränke von 1888 wurde mit der Goldmedaille ausgezeichnet. In seinen Bildern begann er sich dem Symbolismus anzunähern. Die erste âSegantini-Retrospektiveâ fand im Dezember 1891 in der Galerie Grubicy in Mailand statt. Segantini nahm Beziehungen zu den Händlern Ernst Arnold in Dresden, Eduard Schulte in Berlin und anderen auf, wodurch Alberto Grubicy das Exklusivrecht an seinen Werken verlor.
In vielen von Segantinis Werken ist Barbara Uffer dargestellt, Segantinis bevorzugtes Modell: unter anderem als trinkendes Mädchen am Brunnen in Bßndnerin am Brunnen von 1887; als strickendes Mädchen auf einer Wiese in Strickendes Mädchen von 1888; als Schafhirtin unter strahlend blauem Himmel in Mittag in den Alpen von 1891 oder als Schlafende neben einem Zaun in Ruhe im Schatten aus dem Jahre 1892. Nachdem sich Segantini mit seiner Familie 1886 in Savognin niedergelassen hatte, trat die damals 13-jährige Barbara, genannt Baba, als Kinder- und Hausmädchen in den Dienst der Familie. Sie kßmmerte sich um die vier Kinder Gottardo, Alberto, Mario und Bianca und besorgte die Zimmer. Zudem musste sie Segantini mit Malutensilien und Proviant begleiten, wenn er in der Landschaft arbeitete.
Als die Segantinis 1894 nach Maloja zogen, kam Baba mit ihnen. 1899 begleitete sie Segantini auf den Schafberg, wo er am Mittelteil des Triptychons arbeitete. Nach Segantinis Tod blieb sie noch fĂźnf Jahre bei Bice und den Kindern, bis sie nach insgesamt 19 Jahren die Familie verlieĂ.
Maloja (1894â1899)
Im August 1894 verlieĂ die Familie Segantini Savognin, lieĂ sich in Maloja im Oberengadin nieder und bezog das vom Ingenieur der Gotthardbahn-Gesellschaft Alexander Kuoni aus Chur erbaute âChalet Kuoniâ;cite-ref-17[17] ein geräumiges Chalet unweit des Silsersees. Segantini trat mit den Kunsthändlern Bruno und Paul Cassirer sowie Felix KĂśnigs aus Berlin in Kontakt, von denen er vertreten wurde. Ab 1896 arbeitete Segantini im Sommer in Maloja und im Winter in Soglio im Bergell. Hier entstanden unter anderem Hochgebirgslandschaften in einer dem Neoimpressionismus verwandten Maltechnik. Bekannt ist vor allem das grandiose Alpentriptychon Werden â Sein â Vergehen, (La vita â La natura â La morte) bestehend aus den Teilen Das Leben, Die Natur und Der Tod. Das Leben entstand 1896 bis 1899 in der Nähe von Soglio, Die Natur 1897 bis 1899 auf dem Schafberg oberhalb von Pontresina im Engadin und Der Tod 1896 bis 1899 beim Malojapass in Richtung Bergell. Das Triptychon hängt im Segantini Museum in St. Moritz.
Segantini hatte in der Zeit in Maloja einen regen Schriftwechsel mit den Dichtern Angelo Orvieto (1869â1967) und Domenico Tumiati (1847â1933); der Romanschriftstellerin Neera (Pseudonym fĂźr Anna Radius Zuccari, 1846â1918), die zu seinen ersten Biografen zählte, dem Mailänder Spätromantiker Gerolamo Rovetta, mit dem Librettisten Luigi Illica, dem divisionistischen Maler Giuseppe Pellizza da Volpedo und dem neapolitanischen Dichter Vittorio Pica (1866â1930). Letzterer machte von Paris aus den Impressionismus und den Symbolismus dem italienischen Publikum bekannt. SchlieĂlich begann ein Austausch mit den Wiener Secessionisten, die in Segantini einen Wegbereiter sahen. Die Staatenlosigkeit bereitete Segantini groĂe Schwierigkeiten. In Ăsterreich hingegen, wo Kaiser Franz Joseph seine Werke bewunderte, wurde ihm ein gewisser Schutz gewährt.
Im Jahr 1897 kĂźndigte Segantini vor einer Versammlung in Samedan ein Projekt an, welches von Engadiner Hoteliers finanziert werden sollte, jedoch nie zustande kam. FĂźr die Weltausstellung in Paris im FrĂźhjahr 1900 hatte er ein Panorama des Engadins vorgesehen. Es sollte ein Pavillon entstehen, der âganz in der besten Tradition des Panoramas des 19. Jahrhunderts die Wiederherstellung der natĂźrlichen SchĂśnheiten des Engadins mittels eines bildnerischen und plastischen Illusionismus gezeigt hätte.âcite-ref-18[18] Das Projekt sah eine kreisfĂśrmige Eisenarchitektur mit einer Gesamtfläche von 3850 Quadratmetern vor, welche die Landschaft und die Atmosphäre des schweizerischen Alpenlebens in einem 360°-Rundumblick darstellen sollte. Das Triptychon der Natur sollte darin integriert werden. Die hohen Kosten von einer Million Franc, die schon fĂźr die Miete hätten aufgebracht werden mĂźssen, und die daraus resultierenden langen Verhandlungen, die bis ins Jahr 1900 gefĂźhrt wurden, lieĂen das Projekt scheitern.
FĂźr die Illustrierung einer Bibel, fĂźr die der Verlag âGeillustreerde Bijbel Uitgavenâ in Amsterdam ein Unternehmen gegrĂźndet hatte mit dem Ziel, die Bibel in mehreren Sprachen zu geringen Kosten herauszugeben, wurde bei zahlreichen europäisch anerkannten KĂźnstlern um Beteiligung ersucht. Segantini lieferte im Jahr 1898 drei Zeichnungen ab. Das Unternehmen dauerte von 1896 bis 1903.
Seine Gedanken und kĂźnstlerischen Auffassungen legte er in zahlreichen Texten dar. Im November 1898 wurden Segantinis âBetrachtungen Ăźber die Kunstâ â seine Antwort auf eine Umfrage von Lew Tolstoi in einem Artikel in Le Figaro, in dem dieser an die KĂźnstler die Frage richtete: âWas ist Kunst?â â von der Zeitschrift der Wiener Secession Ver Sacrum verĂśffentlicht.
Auf Tolstois Frage âQuâest-ce que lâart?â antwortete Segantini zu Beginn in Was ist Kunst?: âAls ich den Schmerz der Eltern eines toten Kindes lindern wollte, malte ich den âSchmerz vom Glauben getrĂśstetâ; um das Band zweier Liebenden zu weihen, malte ich die âLiebe am Lebensbornâ;cite-ref-segantini-19-0[19] um die volle Innigkeit der Mutterliebe fĂźhlen zu lassen, malte ich âdie Liebesfruchtâ,cite-ref-segantini-19-1[19] den âLebensengelâ; als ich die schlechten MĂźtter strafen wollte und die eitlen und unfruchtbaren WollĂźstigen, malte ich die âStrafe im Fegefeuerâ,cite-ref-segantini-19-2[19] und als ich endlich die Quelle aller Ăbel andeuten wollte, da malte ich die âEitelkeitâ.â
Zum Ende antwortete er: âLeo Tolstoi stellt sich, als ob er nicht wĂźĂte, was man unter SchĂśnheit verstehe und was ihre Bedeutung sei. Er braucht ja nur eine Blume zu betrachten; sie wĂźrde ihm besser als irgendeine Begriffsbestimmung sagen, was die SchĂśnheit ist. Er stellt sich auch, als ob er nicht wĂźĂte, wo die Kunst anhebt. Sie beginnt, wo das Brutale, das GekĂźnstelte und Banale aufhĂśren. Wenn ihr an einem Bauernhause vorbeigeht, an dessen Fenster liebevoll gehaltene Blumen prangen, da kĂśnnt ihr sicher sein, im Innern jenes Häuschens werden Ordnung und Reinlichkeit herrschen, und die Leute, die es bewohnen, werden nicht schlecht sein. Hier beginnt die Kunst mit ihren Wohltaten.âcite-ref-20[20]
Mitte September 1899 stieg Segantini mit Barbara Uffer und seinem Sohn Mario auf den Schafberg, um an dem schon fast fertiggestellten Sein zu arbeiten. Während des Sommers hatte er an Werden und Vergehen gearbeitet. Das groĂe Triptychon der Natur sollte fĂźr die Weltausstellung in Paris fertig sein. Schon bald nach seiner Ankunft erkrankte er an Bauchschmerzen, MĂźdigkeit und BewusstseinstrĂźbungen,cite-ref-hurni-21-0[21] arbeitete jedoch unermĂźdlich weiter. Baba eilte hinab nach St. Moritz zu Oscar Bernhard, einem Arzt und Freund des Malers. Zusammen mit Segantinis Lebensgefährtin Bice, die aus Mailand herbeigeeilt war, stieg er auf den Berg, jedoch war eine Hilfe fĂźr den Kranken unmĂśglich, da er an einer BauchfellentzĂźndung infolge eines Blinddarmdurchbruchs erkrankt war. Der dringend notwendige Transport in ein Krankenhaus fĂźr eine Notoperation war unter den gegebenen Umständen nicht durchfĂźhrbar.cite-ref-22[22]
Giovanni Segantini starb am 28. September im Alter von 41 Jahren in der später nach ihm benannten HĂźtte auf dem Schafberg, an einem Donnerstag, vierzig Minuten vor Mitternacht. Anwesend waren sein Sohn Mario, Oskar Bernhard und Bice.cite-ref-23[23] In Vorahnung seines kommenden Endes, aber auch in Vorausahnung seiner Anerkennung sagte er noch zu seiner niedergeschlagenen Frau: âIch habe da unten eine groĂe Menschenmenge gesehen, diese Menschen waren so klein, und ich, ich war so groĂ.â Seine letzten Worte sollen gewesen sein: âVoglio vedere le mie montagne.â (Ich will meine Berge sehen.) â ein letztes Bekenntnis zu seinen geliebten Bergen. Nach seinem Tod kam sein junger Freund Giovanni Giacometti ans Totenbett und malte den verehrten KĂźnstler.
Am 1. Oktober 1899 wurde Segantini auf dem kleinen Friedhof von Maloja begraben, den er von 1895 bis 1896 im Glaubenstrost gemalt hatte. Bice starb am 13. September 1938 in St. Moritz, 39 Jahre später. Sie wurde neben Giovanni beigesetzt. Eine Tafel trägt die Aufschrift Da presso e da lunge in terra e in cielo uniti in vita e in morte ora e sempre (In der Nähe und der Ferne, auf der Erde und im Himmel, vereint im Leben und im Tod, jetzt und immer). Ăber ihren Gräbern steht die Inschrift Arte ed amore vincono il tempo (Kunst und Liebe besiegen die Zeit). Neben Giovanni und Bice liegen die Gräber ihrer SĂśhne Mario, Gottardo und Alberto Segantini. Die Tochter Bianca wurde in Arco begraben, wohin sie nach ihrem Aufenthalt in Leipzig zurĂźckgekehrt war.
In seinem 14 Tage nach dem Tod des Patienten verfassten ärztlichen Bericht legte sich Oscar Bernhard auf die Diagnose einer BlinddarmentzĂźndung fest. Dass er den Kranken nicht operiert hatte, begrĂźndete er mit dessen allgemeiner Schwäche, der mangelhaften Beheizbarkeit des Raumes auf dem Schafberg und der UnmĂśglichkeit, ihn ins Tal zu transportieren. Die Symptome von Segantinis Erkrankung kĂśnnen jedoch auch auf eine Bleivergiftung hindeuten. Segantini verwendete bei seiner Malerei groĂe Mengen an BleiweiĂ. Messungen an dem Mantel, den Segantini bei der Arbeit trug, weisen eine Kontamination mit Blei an dessen Ărmeln nach.cite-ref-hurni-21-1[21]
Der KĂźnstler
Mit der Ăbersiedlung nach der Brianza begann Segantinis eigentliche Laufbahn. Hier befasste er sich in seiner kĂźnstlerischen Ausdrucksform mit Jean-François Millet, der mit seinen Bildern wie dem von 1868 bis 1873 entstandenen Le printemps (FrĂźhling) bereits Stilelemente des Impressionismus vorweggenommen hatte und erst in seinen späteren, ab 1865 entstandenen Landschaftsgemälden und Zeichnungen mit ihrem mystischen Licht in die Nähe des Symbolismus rĂźckte. Segantini kannte das Werk des Franzosen nur aus Fotografien. Trotz der Verwandtschaft mit Millet unterscheidet sich bei genauem Vergleich jedoch das Werk der beiden Maler: Der ursprĂźngliche Ateliermaler Millet malte seine Landschaften dĂźster, Segantini hingegen hell und in einem schonungslosen Licht. In einem Brief an den Dichter Tumiati vom 29. Mai 1898 schrieb Segantini dazu:
âUm meine GefĂźhlsbewegungen zu stärkerem Ausdruck zu bringen und auch das ganze Milieu meines Werkes durch die poetisch-malerischen Empfindungen meines Geistes beleben zu kĂśnnen, emanzipierte ich mich in der ersten Zeit von den kalten Modellen, ging abends in den Stunden des Sonnenuntergangs aus und nahm die Stimmung in mich auf, die ich am Tage der Leinwand mitteilte.âcite-ref-segantini-s52-24-0[24]
Diese poetisch-verträumte Epoche fiel zeitlich zusammen mit seiner Befreiung aus dem seelisch einengenden Leben der GroĂstadt. Die Harmonie seiner bäuerlichen Umgebung, seine Verliebtheit in das Landleben und den eigenen jungen Haushalt trugen zu dieser kĂźnstlerischen Entwicklung bei und fĂśrderten ein Schaffen von innen heraus.cite-ref-segantini-s52-24-1[24]cite-ref-25[25]
Der Mensch war bei Segantini von Anfang an in die Landschaft eingebettet und verschmolz mit ihr. Millet hatte den Bauern poetisiert, ihn romantisch-literarisch erhĂśht; bei Segantini bleiben die Hirten und Bauern einfach und ohne jedes Pathos. Millet entdeckte mit Gustave Courbet den Bauern als kĂźnstlerisches Thema, und die Wahl dieses Motivs war Ausdruck eines sozialethischen Programms. Millet erlebte den Bauern als Intellektueller, als Städter, von auĂen gesehen und als Kritiker des Städtedaseins. Trotz der äuĂeren Ăhnlichkeit der Motive beider KĂźnstler haben die von Segantini ein ganz anderes Wesen. Er spĂźrte dies deutlich und drĂźckte es zudem so aus. Er wolle einfach seine Modelle â[âŚ] malen, ganz anders als Millet, glĂźcklich, schĂśn und zufrieden, kein Mitleid erweckend, sicher eher Neid, wenn man sie und ihr Leben kennen lernt, wie ich es getan.âcite-ref-zbinden-s18-26-0[26]
Im Kunstwart, einer deutschen Zeitschrift, die der Lebensreformbewegung nahestand, nahm Ferdinand Avenarius 1908 den Vergleich zu Millet auf und fasste sie in Feststellung zusammen: âSegantini erreicht an Wucht der Menschengestaltung Millet nicht annähernd, strebt aber auch gar nicht, ihn zu erreichen. Er gibt seinem Menschen mit Millet GrĂśĂe, aber zum Alleinherrscher macht er ihn nicht. Das GroĂe ist ihm in noch anderem MaĂe als Millet das Ganze, das Land, das mĂźtterliche Land, oder, mit einem Abwandeln der GefĂźhlsbetonung, das âLebenâ.âcite-ref-zbinden-s18-26-1[26] Im Widerspruch zu Segantinis Streben, die GrĂśĂe von Natur- und Menschenleben ohne Pathos zu schildern, verfiel sein Sohn als Biograf oft in einen hymnischen Ton, wo es um die Darstellung der GrĂśĂe des KĂźnstlers geht:
âIhm ist der KĂźnstler ein Priester der hehren SchĂśnheit des Erschaffenen, der im Dienste dieser erleuchteten GĂśttin sein Leben zu stellen und, wenn nĂśtig, zu opfern hat.âcite-ref-segantini-s39-27-0[27]
Segantini lebte in einer Zeit beschleunigter Industrialisierung, groĂer technischer Leistungen (Vollendung der Gotthardbahn 1882) und Fortschritte in der Naturwissenschaft. Wie viele KĂźnstler sah er im Vordringen naturalistischer und materialistischer Denkweisen eine Gefahr fĂźr das Geistige, die Seele und das Ideal. Zum Verhältnis von Ideal und Natur sagte er: âEin Ideal auĂerhalb des NatĂźrlichen hat keine Lebenskraft von Dauer; aber eine Wirklichkeit ohne Ideal ist eine Wirklichkeit ohne Leben.âcite-ref-segantini-s39-27-1[27]
In der Biografie Ăźber Segantini fragte sein Sohn Gottardo, ob Segantini Naturalist oder Idealist gewesen sei, und kam zum Schluss, dass er weder das eine noch das andere war. âDas ist kein Naturalist mehr, der sein KĂśnnen im Wetteifer mit den GrĂśĂten seiner Zeit durch ernstes ständiges BemĂźhen immer mehr vervollständigt hat, das ist ein groĂer Idealist.â Die Natur belauschend wiederzugeben, nicht das âSich-Vertiefen in groteske und interessante Sonderheiten, sondern das Festlegen der allgemeinen erkannten SchĂśnheitenâ, war die Grundrichtung seines BemĂźhens.
Segantini wollte nicht den Kritikern nachlaufen, nicht sogenannte Volkskunst hervorbringen. Seine Bilder waren keine Publikumsbilder. Sie erregten bei den schaffenden Malern Aufsehen, wurden jedenfalls dort anerkannt, wo sie in vorwärtsdrängende KunststrĂśmungen hineinpassten. Sie gewannen insofern eine Sonderstellung, als sie an verschiedenen Stellen dazu benutzt wurden, der althergebrachten malerischen Einstellung den Kampf anzusagen. Wenn nach dem Tod des KĂźnstlers seine Werke und sein Name rasch Ruhm erlangten und das Publikum seine Bilder zu den âLieblingen ihrer Wahlâ machte, so kann man nicht den Schluss daraus ziehen, sie seien auch als Publikumsbilder gemalt worden.cite-ref-28[28]
Die Beurteilung von Segantinis Kunst war lange Zeit davon bestimmt, dass er in pointillistischer Technik malte. FĂźr ihn selbst war die Technik aber nur Mittel zum Zweck. Er war vor allem Maler von landschaftlichen Träumen und lieĂ sich durch das Hochgebirge dazu inspirieren, diese Träume auf die Leinwand zu bringen. Obwohl Segantini, kunsthistorisch gesehen, mit seiner eigenen Technik des Pointillismus zu den Symbolisten gehĂśrt, war er in seiner Grundhaltung ein Expressionist und bediente sich realistischer Ausdrucksformen. So steht er, âbei aller Verschiedenheit der Mittel, Caspar David Friedrich nahe, den er freilich im Malerischen wie in der UrwĂźchsigkeit des Naturerlebnisses Ăźberragt.âcite-ref-29[29]
Das Alpentriptychon
Das fßr die Weltausstellung in Paris 1900 vorgesehene Panorama des Engadins konnte aus finanziellen Grßnden nicht verwirklicht werden. Segantini reduzierte die fßr das Panorama vorgesehene Alpensymphonie auf sieben Teile und begann mit den drei Mittelstßcken. Nach Skizzen arbeitete er an den weiträumigen Bildern, auf denen Licht, Luft, Entfernung und Hintergrund den wahren Geist des Gebirges sichtbar machen sollten. Weil wegen Segantinis Tod die vorgesehenen vier weiteren Bilder Eigenliebe, Nächstenliebe, Die Arbeit und Die Lawine fßr die Alpensymphonie nicht fertiggestellt wurden, ist das Alpentriptychon als ein Fragment dessen zu sehen, was Segantini vorhatte: Ein Panorama des Engadins.cite-ref-30[30]
Panorama des Engadins
Die Kartons von Segantini aus den Jahren 1898â1899
UrsprĂźnglich hieĂen die drei Gemälde Armonie della vita, La natura und Armonie della morte; die Titel La vita â La natura â La morte, sowie deren deutsche Ăbersetzung Leben â Natur â Tod, erhielten die drei Bilder erst nach Segantinis Tod. Anlässlich der âIX. Kunstausstellung der Vereinigung bildender KĂźnstler Ăsterreichsâ in der Wiener Secession im Januar 1901 wurden die drei Bilder erneut umbenannt in Werden â Sein â Vergehen, womit das Werk zum heutigen Alpentriptychon wurde.
Armonia della morte wurde zuerst begonnen, aber immer wieder zurĂźckgestellt. Armonie della vita entstand als zweites der drei Bilder und wurde im Herbst 1896 in Soglio begonnen. La natura â und damit meinte Segantini die Natur der Bergwelt â sollte âpropagandistisch fĂźr St. Moritz als Auftraggeber des groĂen Werkes, eine gewaltige, damals sagte man âgrandioseâ Verherrlichung finden.âcite-ref-31[31] Segantini fertigte eine groĂe Zeichnung unter dem Titel Sein an, die als VorfĂźhrobjekt diente und die Auftraggeber von der SchĂśnheit des Projekts Ăźberzeugte. Nach Abschluss des Vertrages zog Segantini die beiden Bilder Armonie della vita und Armonie della morte als SeitenstĂźcke zu La natura heran.
Zum Triptychon zeichnete Segantini 1899 drei Kartons und lieà diese dem Präsidenten der Kunstkommission fßr die Weltausstellung zukommen. Ein von Segantini verfasster und von Grubicy ins FranzÜsische ßbersetzter Brief begleitete die Eingabe der Kartons und besagt, dass das Triptychon mitsamt den Lßnetten eine Ausdehnung von zwÜlfeinhalb Metern Breite und fßnfeinhalb Metern HÜhe hätte einnehmen sollen.cite-ref-32[32]
Werden â La vita
Werden zeigt die Landschaft bei Soglio im Bergell auf dem Hochplateau Plan Luder in der untergehenden Sonne. Im Hintergrund sind links die Scioragruppe und rechts der Bondascagletscher erkennbar. Der Blick des Betrachters wird durch den absteigenden Weg zu Mutter und Kind gelenkt, dem eigentlichen Zentrum des Bildes. Die Mutter ist wie mit der Arve verwachsen und Segantini sagte, das Bild stelle â[âŚ] das Leben aller Dinge dar, die ihre Wurzeln in der Mutter Natur haben.âcite-ref-33[33] Die Ăste des Baumes ragen in den Himmel. Sie stellen eine Verbindung zwischen Erde und Himmel dar, von dem der Blick Ăźber den Abhang des Berges rechts hinunter zu den beiden Frauen auf dem Weg gelenkt wird. Der Kreis schlieĂt sich.
Der Karton zeigt die Lßnette eine Allegorie der Kräfte, die Leben und Tod spenden. Vom Wind geblasen, ziehen mit dem Tod Wasser und Feuer, gleichwohl entsteht aus ihrer ZerstÜrungskraft neues Leben. Fßr die Medaillons rechts und links waren die Darstellungen von Eigenliebe und Nächstenliebe vorgesehen.
Sein â La natura
Sein entstand auf dem Schafberg oberhalb von Pontresina. Der Betrachter blickt im letzten Tageslicht auf St. Moritz und die Oberengadiner Seen; im Hintergrund liegt die Berninagruppe. Die heimkehrenden Menschen und Tiere sind ruhig in den Kreislauf der Natur eingebunden. Entgegen den tatsächlichen Verhältnissen lässt Segantini den Vordergrund wie eine Hochebene erscheinen. Die Talsohle mit den Seen wĂślbt er nach oben, so dass sie flacher erscheint als sie tatsächlich ist. Durch den tief gelegten Horizont wird der Blick des Betrachters auf den Himmel fixiert. Dessen auĂergewĂśhnliche Leuchtkraft erzielte Segantini, indem er den ganzen Himmel mit radial nach auĂen gerichteten feinen Strichen Ăźberzog. Im Bereich der Sonne verwendet er mehr Gelb, gegen auĂen immer mehr Hellblau und WeiĂ, wobei die Striche mit etwas Rot versetzt sind.
Die Lßnette des Kartons zeigt St. Moritzer Häuser in einer Winterlandschaft, vom Mondlicht hell angestrahlt. Fßr die Medaillons rechts und links waren die Darstellungen von Alpenrose und Edelweiss vorgesehen, die Symbole fßr den alpinen Frßhling und Sommer.
Vergehen â La morte
Das unvollendet gebliebene Vergehen zeigt eine winterliche Morgenlandschaft beim Malojapass, in der eine junge Tote aus einer HĂźtte getragen wird. Durch den Zaun und das Pferd wird der Blick hinauf zu den Wolken gelenkt: Die Tote hat das irdische Leben Ăźberwunden. Der mit Licht erfĂźllte Himmel zeigt Hoffnung und Trost.
In der Lßnette des Kartons tragen zwei Engel die Seele der Toten in den christlichen Himmel, denn alles Vergehen findet eine Wiedergeburt im gläubigen Herzen. In den Medaillons rechts und links davon waren die Darstellungen von Die Arbeit und Die Lawine vorgesehen.
Il trittico della natura â Das Alpentriptychon
La vita, 190 Ă 320 cm â La natura, 235 Ă 400 cm â La morte, 190 Ă 320 cm; Werden â Sein â Vergehen, 1898â1899, Ăl auf Leinwand
Segantini Museum, St. Moritz.
Gottardo Segantini Ăźber dieses Werk:
âDer Aufbau des ganzen Triptychons läĂt an die Meisterwerke der Renaissance denken, in denen die KĂźnstler nie mĂźde werden, die verschiedenartigsten Gestaltungen zusammenzuzwingen, um einen religiĂśsen Gedankengang vollständig zur Vergegenwärtigung zu bringen. Die SchĂśnheit der drei groĂen Bilder [âŚ] läĂt den Gedanken aufkommen, daĂ es diesem gottbegnadetem KĂźnstler mĂśglich gewesen wäre, auch gegen den damaligen und heutigen Geschmack im vollendeten Werk ein solches malerisches, kĂźnstlerisches, gedankliches Wunder zu schaffen, daĂ von diesem âTriptychon der Naturâ eine neue Ăra der Malerei ihren Anfang hätte nehmen kĂśnnen.âcite-ref-34[34]
Rezeption
Wirkung auf die Zeitgenossen
Im Ottocento, der italienischen Kunst des 19. Jahrhunderts, galt Segantini als universellster Maler. Kunsttheoretiker reihten ihn gleichbedeutend unter die KĂźnstler Edvard Munch, Vincent van Gogh und James Ensor ein. Wassily Kandinsky verglich Segantini in seiner 1912 erschienenen einflussreichen kunsttheoretischen Schrift Ăber das Geistige in der Kunst mit Dante Gabriel Rossetti und Arnold BĂścklin, wobei er hervorhob, dass Segantini, âdem auch die formellen Nachahmer eine nichtswĂźrdige Schleppe bilden [âŚ] äuĂerlich der materiellste ist, weil er ganz fertige Naturformen nahm, die er manchmal ins kleinste durcharbeitete (z. B. Bergketten, auch Steine, Tiere usw.) und es verstand, trotz der sichtbar materiellen Form, abstrakte Gestalten zu schaffen, wodurch er innerlich vielleicht der unmateriellste dieser Reihe ist.âcite-ref-35[35]
Die Pariser Avantgarde fand jedoch keinen Zugang zu Segantini: sein Name und sein Werk gerieten schnell in Vergessenheit. Allzu sehr vereinfacht wurde damals die Geschichte der Malerei des 19. Jahrhunderts gelehrt, âindem man sie nämlich der franzĂśsischen Avantgarde gleichgesetzt hat und nur den revolutionären bildnerischen Gestaltungsmitteln Bedeutung beigemessen hat. [âŚ] Diese Betrachtungsweise hat zur Folge, dass alle nicht direkt an diese vereinfachten Schematismen gebundenen KĂźnstler oder Bewegungen nicht mehr zum kulturellen Allgemeinwissen gehĂśren.âcite-ref-quinsac-s19-36-0[36] Das kulturelle Milieu Frankreichs und Segantinis allzu âfremdesâ Werk stellte fĂźr die Franzosen somit keinen AnknĂźpfungspunkt dar, trotz des Einflusses der Gemälde von Millet.
Eine Ausnahme bildete hier nur der Florentiner Kreis, da dieser sich dem franzĂśsischen Impressionismus bereits in den Jahren von 1875 bis 1880 geĂśffnet hatte. Das Ottocento wurde auĂerhalb der Landesgrenzen weitgehend ignoriert und angelsächsische und franzĂśsische Historiker beharrten hartnäckig darauf, die italienische Kunst des 19. Jahrhunderts als, wie Alphonse de Lamartine es sagte, âterre des mortsâ zu sehen. Zudem bescherte 1900 die verpasste Weltausstellung in Paris Segantini einen Popularitätsverlust; die Ausstellung seines Panoramas des Engadins hätte seinen Erfolg in Paris bestätigen kĂśnnen.
Schon zu Lebzeiten Segantinis, innerhalb der von 1868 bis 1912 dauernden Meiji-Zeit, machten sich die Japaner mit seinem Werk vertraut und sind ihm bis heute treu geblieben. Der italienische Maler Antonio Fontanesi (1818â1882), der vom japanischen Kaiser 1876 als O-yatoi gaikokujin nach Tokyo gerufen wurde, um fĂźr zwei Jahre als Lehrer fĂźr Freilichtmalerei an der ersten zur KĹgakuryĹ gehĂśrenden abendländischen Akademie KĹbu Bijutsu gakkĹ zu unterrichten,cite-ref-37[37] verdankt âJapan die geistige Verarbeitung der europäischen Sichtweise und die Teilnahme an den bedeutenden internationalen KunststrĂśmungen des 20. Jahrhunderts.âcite-ref-quinsac-s19-36-1[36] So ist Segantini heute unter anderem im Nationalmuseum fĂźr westliche Kunst in Tokyo vertreten.
Die erste Gedenkausstellung fĂźr Segantini wurde am 26. November 1899 in Mailand erĂśffnet, zwei Monate nach seinem Tod.cite-ref-38[38]
Nachwirkungen im 20. Jahrhundert
Segantini wurde nur im Norden als âPhänomenâ wahrgenommen, sĂźdlich der Alpen verstand man ihn als Repräsentanten der in das 20. Jahrhundert aufbrechenden italienischen Malerei. NĂśrdlich der Alpen galt er fĂźr viele KĂźnstler als SchĂśpfer und Darsteller einer naturverbundenen Lebensform. Dass diese später zu einer rĂźckwärtsgewandten Heimatkunst fĂźhrte, kann man Segantini nicht anlasten.
Im Jahre 1903 fertigte Paul Klee die groteske und satirische Radierung Jungfrau im Baum an, die eine starke Affinität zu Segantinis Gemälde Die bÜsen Mßtter aufweist und die eine der ersten, aus einer bis 1905 entstandenen Serie von zehn Radierungen ist, die Klee Inventionen nannte.cite-ref-39[39]
Den Musiker Anton Webern inspirierte 1905 das Alpentriptychon zu einem ersten Streichquartett. Webern hatte während seines musikwissenschaftlichen Studiums an der Universität Wien als Nebenfach Kunstgeschichte belegt und bei einem Aufenthalt in MĂźnchen im August 1902 das Gemälde Das PflĂźgen von 1890 in der MĂźnchner Pinakothek gesehen. So schrieb er in sein Tagebuch: âIch sehne mich nach einem KĂźnstler in der Musik, wieâs Segantini in der Malerei war, das mĂźsste eine Musik sein, die der Mann einsam fern alles Weltgetriebes, im Anblick der Gletscher, des ewigen Eises und Schnees, der finsteren Bergriesen schreibt, so mĂźsste sie sein wie Segantinis Bilder.âcite-ref-40[40] Im Sommer 1905 stellte er die Komposition fĂźr ein Streichquartett fertig, welches erst aus dem Nachlass des Komponisten bekannt wurde. Die UrauffĂźhrung fand am 26. Mai 1962 in Seattle durch âThe University of Washington String Quartetâ statt. Aus einem Skizzenblatt fĂźr das Quartett geht hervor, dass das Motto Werden, Sein und Vergehen Webern als ein Leitgedanke während des Kompositionsprozess diente.cite-ref-41[41]
1932 drehte Leni Riefenstahl den Bergfilm Das blaue Licht und schrieb in ihren Memoiren: âNun fehlten mir noch die Bauern, sie waren am schwierigsten zu finden. Ich wollte besondere Gesichter haben, herbe und strenge Typen, wie sie auf den Bildern von Segantini verewigt sind.âcite-ref-metken-s33-42-0[42] Riefenstahl hatte diese Typen nicht gefunden, denn die ââWirklichkeitâ Segantinis ist immer durch die kĂźnstlerische Herkunft, hier von Millet und Anton Mauve, gefiltertâcite-ref-metken-s33-42-1[42]
Die letzten Worte Segantinis âVoglio vedere le mie montagneâ machte 72 Jahre später der Bildhauer Joseph Beuys, der sich Ăźber die Weihnachtstage und Ăźber den Jahreswechsel 1969/70 gemeinsam mit seiner Ehefrau Eva und den beiden Kindern Jessyka und Wenzel im Hotel Waldhaus in Sils im Engadin aufhielt,cite-ref-stutzer-s93-43-0[43] zum Titel einer Rauminstallation im Van Abbemuseum in Eindhoven. Sie trägt den Titel Voglio vedere i miei montagne,cite-ref-44[44] 1971.cite-ref-45[45] Einem groĂen Schrank mit ovalem Spiegel auf der linken Seite steht rechts ein Bettgestell gegenĂźber. Zwischen Bett und Schrank stehen eine hohe, an einer Seite offene Transportkiste sowie eine niedrige Holztruhe, auf der ein StĂźck Mooreiche liegt und in deren Inneren sich ein gelbes Tuch und ein Knochen befinden.cite-ref-46[46] Auf einem mit Schwefel Ăźberzogenen Schemel ist ein mit Fett eingeschmierter Spiegel aufgestellt. Im Bett liegt eine Fotografie, die Beuys angezogen und mit Wanderstab in der Hand in ebendiesem Bett liegend zeigt. Neben dem Schrank, in KopfhĂśhe, hängt ein Porträt von Beuys. âHier neben diesem Schrank bin ich geboren worden: Da an der Seite. Von Zeit zu Zeit hat mich der Schrank unheimlich verfolgt. Ich hatte die ersten Träume neben diesem Schrank [âŚ]âcite-ref-47[47] Jeder dieser Gegenstände ist mit Kreide bezeichnet. Auf dem Schrank steht das rätoromanische Wort âVadrec [t]â (Gletscher); auf der Holztruhe âScioraâ (Felsen, Bergkette); auf der RĂźckseite des Spiegels âCimeâ (Berggipfel) sowie âPenninâcite-ref-48[48] und auf dem Bett âWalunâ (Tal). Der Kolben eines Gewehrs an der Wand trägt die Aufschrift âDenkenâ. Alle Gegenstände, Schrank, Transportkiste, Holztruhe, Schemel und Bett sind am Boden mit einer Kupferkonstruktion verbunden. Von der Decke, in der Mitte des triptychonartigen Halbrunds der Installation, hängt eine bis knapp auf den Boden hinabreichende runde Lampe, die ein rundes FilzstĂźck hell beleuchtet.
âWie die Berge Segantini des Kreislaufs von Werden und Vergehen versichern, so wird in der Installation [von Beuys] das zufällige Leben eine Notwendigkeit.â Beuys durchbricht Segantinis schicksalhafte symbolische Vision. FĂźr Beuys ist der Fluss des Kreislaufs form- und beeinflussbar.
Beuys hatte bei Segantini der âGanzheitsanspruch angezogen, das Aufgehen von Mensch und Tier im Naturgeschehen, der zyklische Rhythmus von Leben und Vergehen. âMacht die Kunst zum Gottesdienstâ, hatte der Pantheist Segantini erklärt und gefordert, der neue Kult solle in der Natur, der Mutter des Lebens wurzeln, soll mit dem unsichtbaren Leben der Erde und des Weltalls in Verbindung stehen.âcite-ref-49[49]
1974 gab die britische Rock-Band Yes eine Kompilation zweier Alben mit dem Titel Yesterdays heraus. Vom Fantasy-Kßnstler Roger Dean entworfen, geht das Motiv der austauschbaren Vorderseite auf Giovanni Segantinis Bild Die Strafe der Wollßstigen von 1891 zurßck. Die Vorderseite zeigt zwei verdorrte, in sich verschlungene Baumstämme an den Rändern links und rechts. Rechts oben steht das Yes-Logo und der Albumtitel. In der Bildmitte schwebt eine junge, unbekleidete Frau.
Der israelisch-schweizerische Komponist Yehoshua Lakner brachte 1999 sein âSeganteâ-Projekt Ăźber Giovanni Segantini zur AuffĂźhrung im Kuppelsaal des Hauptgebäudes der EidgenĂśssischen Technischen Hochschule in ZĂźrich, sowie in Mailand und in Bratislava.cite-ref-50[50]
Den italienischen Komponisten und Pianisten Ludovico Einaudi inspirierten die drei Gemälde Segantinis zum Alpentriptychon mit seinen Themen Natur, Leben und Tod 2007 zu Divenire, einer Suite fßr Klavier, zwei Harfen und Orchester.cite-ref-51[51]
âSentiero Segantiniâ
Im Jahre 1994 (100 Jahre Segantini in Maloja) entstand auf Initiative der Basler Fotografen Dominik Labhard und Hans Galli ein Spaziergang, der so genannte âSentiero Segantiniâ, der wichtige Stationen von Segantinis Schaffen in Maloja miteinander verbindet und mit Schautafeln dokumentiert. Der Weg beginnt bei der âCasa Segantiniâ, Segantinis Wohnhaus und Atelier, und endet bei der Kirche âChiesa Biancaâ, in der Segantini aufgebahrt und von Giovanni Giacometti gemalt wurde. Die Kirche ist heute im Besitz von Segantinis Enkelin Gioconda Leykauf, die das Gebäude mit Hilfe von Sponsoren vor dem Zerfall rettete und restaurieren lieĂ. Sie wird heute fĂźr Ausstellungen und Konzerte genutzt.cite-ref-52[52]
Von Segantinis Wohnhaus fĂźhrt der Weg zu einer GletschermĂźhle, die Segantini fĂźr Die Eitelkeit verwendete, weiter zum Majensäss Blaunca nordĂśstlich von Maloja oberhalb des Silsersees. Hier zeigt eine Tafel Segantinis Bild Die beiden MĂźtter. Weiter geht es zum ehemaligen Standort der so genannten âTaverna americanaâ, einer SteinhĂźtte, die Segantini im Bild Vergehen abbildete. Von der Stelle, an der das Vergehen aus dem Triptychon entstand, fĂźhrt der Weg zur vorletzten Station des Weges, dem Friedhof von Maloja, wo Segantini das Bild Glaubenstrost malte.
SchutzhĂźtten
Nach Segantini sind mehrere SchutzhĂźtten benannt: Die Chamanna Segantini oberhalb von Pontresina in der Languard-Gruppe,cite-ref-54[54] das Rifugio Giovanni Segantini (Rifugio Amola) 2371 m, mit dem Talort Pinzolo in der Presanellagruppecite-ref-55[55] und die âBaita Segantiniâ 2170 m, am Passo Costazza, in der Palagruppe in den Dolomiten.cite-ref-56[56]
Auszeichnungen (Auswahl)
⢠1883: Goldmedaille fĂźr Ave Maria bei der Ăberfahrt, 1882 (1. Fassung); Weltausstellung Amsterdam.
⢠1886: Goldmedaille fĂźr Ave Maria bei der Ăberfahrt, 1886 (2. Fassung); Weltausstellung in Amsterdam.
⢠1886: Goldmedaille fßr An der Stange, 1886; Weltausstellung in Amsterdam.
⢠1889: Goldmedaille fßr Kßhe an der Tränke, 1888; Weltausstellung in Paris.
⢠1892: Goldmedaille fßr Mittag in den Alpen, 1891; Mßnchen.
⢠1892: Goldmedaille fßr Das Pflßgen, 1890; Nationale Ausstellung in Turin.
⢠1895: Preis des italienischen Staates fßr Il Ritorno al paese natio, 1895; Internationale Kunstausstellung in Venedig (erworben 1901 von den Staatlichen Museen Berlin).
⢠1896: Goldene Staatsmedaille fĂźr Die zwei MĂźtter, 1889; Vereinigung Bildender KĂźnstler Ăsterreichs.
⢠1897: GroĂe Goldplakette fĂźr Liebe am Brunnen des Lebens, 1896; Internationale Kunstausstellung Dresden.
Ausstellungen (Auswahl)
⢠1891: Giovanni Segantini, Galleria Vittore ed Alberto Grubicy, Mailand.
⢠1894: Esposizioni Riunite al Castello Sforzesco. Omaggio a Segantini, Castello Sforzesco, Mailand.
postum
⢠1901â1902: IX. Kunstausstellung der Vereinigung bildender KĂźnstler Ăsterreichs, Wiener Secession, Wien.
⢠1904: Segantini-Ausstellung im Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld
⢠1904: Internationale Kunstausstellung, Kunstpalast, Dßsseldorf.
⢠1910: Exposition du Salon dâAutomne, section italienne, Paris.
⢠1912: Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes westdeutscher Kunstfreunde und Kßnstler 1912, Am Aachener Tor, KÜln.
⢠1924: Modern Italian Paintings, Tate Gallery, London.
⢠1926: XVI Biennale internazionale dâArte, Expositione individuale di Giovanni Segantini, Venedig.
⢠1930: Exhibition of Italian Art at Burlington House, Royal Academy of Arts, London.
⢠1935: Giovanni Segantini, 1858â1899, Kunsthalle Basel, Basel.
⢠1938: XXVI Biennale internazionale dâArte, Venedig.
⢠1964: Europäische Kunst um die Jahrhundertwende. Secession, Haus der Kunst, Mßnchen.
⢠1976/1977: Die Welt des Giovanni Segantini, Schweizerisches Institut fßr Kunstwissenschaft, Zßrich.
⢠1976/1977: Segantini â ein verlorenes Paradies? Segantini â un paradiso perduto? Thearena-Rote Fabrik, ETH ZĂźrich Zentrum & HĂśnggerberg, ZĂźrich / Gewerbeschulhaus Chur, Chur / Handelhochschule St. Gallen, St. Gallen / Kunstmuseum Glarus, Glarus / Aargauer Kunsthaus, Aarau / Museo della Citta, Milano / Kunstverein MĂźnchen, MĂźnchen
⢠1977: The Alps in Swiss Painting, Odakyu Grand Gallery, Tokio / Bßndner Kunstmuseum, Chur.
⢠1990â1991: Giovanni Segantini, 1858â1899, Kunsthaus ZĂźrich, ZĂźrich / Belvedere, Wien.
⢠1997: Voglio vedere le mie montagne. Die Schwerkraft der Berge 1774â1997, Aargauer Kunsthaus, Aarau / Kunsthalle Krems, Krems.
⢠1999: Armonia della vita â Armonia della morte. Giovanni Segantini: Eine Retrospektive, Kunstmuseum St. Gallen, St. Gallen.
⢠1999: Giovanni Segantini, 1858â1899. Ausstellung zum 100. Todestag, Segantini Museum St. Moritz, St. Moritz.
⢠2011: Segantini, Fondation Beyeler, Riehen bei Basel.cite-ref-57[57]
⢠2011: çťĺŽśă¸ă§ă´ăĄăłăăťăťăŹăłăăŁăźăĺą (Gakka Giovanni Segantini-ten) Ausstellung der Sammlung der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung, Tokyocite-ref-58[58]
⢠2013: Dekadenz â Positionen des Ăśsterreichischen Symbolismus, Belvedere, Wien.
Werke (Auswahl)
Insgesamt sind rund 450 Werke von Segantini bekannt.cite-ref-59[59]
| Bild | Titel | Jahr | GrĂśĂe/Material | EigentĂźmer/Sammlung |
|---|---|---|---|---|
| | Natura morta con S. Cecilia Stillleben mit S. Cecilia | 1878 | 74,5 Ă 54 cm Tempera auf Papier auf Karton | Civica Galleria dâArte Moderna, Mailand |
| | Il coro di SantâAntonio Der Chor von SantâAntonio | 1879 | 119,5 Ă 84 cm Ăl auf Leinwand | Privatsammlung |
| | I pittori dellâoggi Die Heiligenmaler von heute | 1881 | 76,5 Ă 44 cm Ăl auf Leinwand | BĂźndner Kunstmuseum |
| | Paesaggio con pecore Landschaft mit Schafen | 1881 | 75 Ă 44 cm Ăl auf Leinwand | Museo Vincenzo Vela , Mendrisio - Ligornetto |
| | Autoritratto a ventâanni Selbstbildnis als Zwanzigjähriger | 1879â1880 | 35 Ă 26 cm Ăl auf Leinwand | Commune di Arco, Arco |
| | La falconiera Die Falknerin (mit Bice als Modell) | 1879â1880 | 143 Ă 106 cm Ăl auf Leinwand | Musei civici di Pavia , Pavia |
| | Paesaggio con donna su un albero Landschaft mit Frau auf einem Baum | 1880â1883, unvollendet | 68,5 Ă 104,5 cm Ăl auf Leinwand | Sturzenegger-Stiftung Museum Allerheiligen, Schaffhausen |
| | Autoritratto Selbstbildnis | 1882 | 52 Ă 38,5 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Gottfried Keller-Stiftung Segantini Museum , St. Moritz |
| | I Zampognari in Brianza Die Dudelsackpfeifer von Brianza | 1883â1885 | 107,2 Ă 192,2 cm Ăl auf Leinwand | Nationalmuseum fĂźr westliche Kunst , Tokyo |
| | Pianura sullâimbrunire Ebene beim Eindunkeln | 1883â1885 | 80 Ă 100 cm Ăl auf Leinwand | Sammlung Beat Curti |
| | La benedizione delle pecore Die Segnung der Schafe | 1884 | 189 Ă 120 cm Ăl auf Leinwand | Segantini Museum, St. Moritz |
| | Lâultima fatica del giorno Die letzte MĂźhe des Tages | 1884 | 117 Ă 82 cm Ăl auf Leinwand | Ungarische Nationalgalerie , Budapest |
| | A messa prima Treppenstudie | 1884â1885 | | BĂźndner Kunstmuseum , Chur |
| | A messa prima FrĂźhmesse 2. Fassung nach der Ăbermalung von La penitente | 1884â1885 | 108 Ă 211 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung , St. Gallen Segantini Museum, St. Moritz |
| | La penitente Die SĂźnderin 1. Fassung vor der Ăbermalung | 1884â1885 | 108 Ă 211 cm Ăl auf Leinwand | |
| | Pastorello con agnellino Hirtenknabe mit Lamm | um 1885 | 42 Ă 27,5 cm Pastell und Farbkreide auf Aquarellpapier | Privatbesitz Segantini Museum, St. Moritz |
| | Ritratto della Signora Torelli Porträt der Frau Torelli | 1885â1886 | 101 Ă 74,5 cm Ăl auf Leinwand | Privatsammlung, New York |
| | Ritratto di un morto Bildnis eines Toten | 1886 | 41 Ă 59 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Gottfried-Keller-Stiftung Segantini Museum, St. Moritz |
| | Alla stanga An der Stange | 1886 | 169 Ă 389,5 cm Ăl auf Leinwand | Galleria Nazionale dâArte Moderna , Rom |
| | Ave Maria a trasbordo Ave Maria bei der Ăberfahrt 2. Fassung | 1886 | 120 Ă 93 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung, St. Gallen Segantini Museum, St. Moritz |
| | La portatrice dâacqua Die Wasserträgerin | 1886â1887 | 74 Ă 45,5 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Gottfried Keller-Stiftung Segantini Museum, St. Moritz |
| | Il bagno del bambino Das Bad des Kindes | 1886â1887 | 65 Ă 49,5 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung, St. Gallen Segantini Museum, St. Moritz |
| | La tosatura delle pecore Schafschur | 1886â1887 | 65 Ă 50,5 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung, St. Gallen Segantini Museum, St. Moritz |
| | Costume Grigionese BĂźndnerin am Brunnen | 1887 | 54 Ă 79 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung, St. Gallen Segantini Museum, St. Moritz |
| | Ritratto di Vittore Grubicy Porträt von Vittore Grubicy; Ausschnitt | 1887 | 151 Ă 91 cm Ăl auf Leinwand | Museum der bildenden KĂźnste , Leipzig |
| | I miei modelli Meine Modelle | 1888 | 65,5 Ă 92,5 cm Ăl auf Leinwand | Kunsthaus ZĂźrich , ZĂźrich |
| | Allo scogliersi delle nevi Bei der Schneeschmelze | 1888 | 66 Ă 98 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung, St. Gallen Segantini Museum, St. Moritz |
| | Ragazza che fa la calza Strickendes Mädchen | 1888 | 53 Ă 91,5 cm Ăl auf Leinwand | Kunsthaus ZĂźrich, ZĂźrich |
| | Vacche aggiogate KĂźhe an der Tränke | 1888 | 83 Ă 139,5 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Gottfried Keller-Stiftung Kunstmuseum Basel , Basel |
| | Il frutto dellâamore Die Frucht der Liebe | 1889 | 88,2 Ă 52,2 cm Ăl auf Leinwand | Museum der bildenden KĂźnste, Leipzig |
| | Le due madri Die beiden MĂźtter | 1889 | 157 Ă 280 Ăl auf Leinwand | Galleria dâArte Moderna, Mailand |
| | Lâaratura Das PflĂźgen | 1890 | 116 Ă 227 cm Ăl auf Leinwand | Neue Pinakothek , MĂźnchen |
| | Ritorno dal bosco RĂźckkehr vom Wald | 1890 | 64 Ă 95 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung, St. Gallen Segantini Museum St. Moritz, St. Moritz |
| | Mezzogiorno sulle alpi Mittag in den Alpen | 1891 | 77,5 Ă 71,5 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung, St. Gallen Segantini Museum St. Moritz, St. Moritz |
| | Il castigo delle lussuriose Die Strafe der WollĂźstigen | 1891 | 99 Ă 173 cm Ăl auf Leinwand | Walker Art Gallery , Liverpool |
| | Capriolo morto Totes Reh | 1892 | 55,5 Ă 96,5 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Gottfried-Keller-Stiftung Segantini Museum, St. Moritz |
| | Mezzogiorno sulle alpi Mittag in den Alpen | 1892 | 85,5 Ă 79,5 cm Ăl auf Leinwand | Ohara Museum of Art, Kurashiki, Japan |
| | Riposo allâombra Ruhe im Schatten | 1892 | 44 Ă 68 cm Ăl auf Leinwand | Privatsammlung Christoph Blocher |
| | Sul balcone Auf dem Balkon | 1892 | 64,5 Ă 41 cm Ăl auf Leinwand | Depositum der Gottfried-Keller-Stiftung BĂźndner Kunstmuseum, Chur |
| | Autoritratto Selbstbildnis | 1893 | 34,4 Ă 24,2 cm ContĂŠ-Stift und Bleistift auf Papier | Depositum der Otto Fischbacher Giovanni Segantini Stiftung, St. Gallen Segantini Museum, St. Moritz |
| | Donna alla fonte Frau an der Quelle | 1893â1894 | 71,5 Ă 121 cm Ăl auf Leinwand | Museum Oskar Reinhart , Winterthur |
| | Pascoli alpini Alpweiden | 1893â1894 | 169 Ă 278 cm Ăl auf Leinwand | Kunsthaus ZĂźrich, ZĂźrich |
| | Lâangelo della vita Engel des Lebens | 1894 | 216 Ă 217 cm Ăl auf Leinwand | Galleria dâArte Moderna, Mailand |
| | Lâangelo della vita Lebensengel | 1894 | 275,5 Ă 212 cm Ăl auf Leinwand | Segantini Museum, St. Moritz |
| | Le cattive madri Die bĂśsen MĂźtter | 1894 | 120 Ă 225 cm Ăl auf Leinwand | Belvedere , Wien |
| | Autoritratto Selbstbildnis | 1895 | 59 Ă 50 cm Kohle mit Goldstaub und Kreidespuren auf Leinwand | Segantini Museum, St. Moritz |
| | Il ritorno al paese natio RĂźckkehr in die Heimat | 1895 | 161 Ă 299 cm Ăl auf Leinwand | Alte Nationalgalerie , Berlin |
| | Il dolore confortato dalla fede Glaubenstrost | 1895â1896 | 151 Ă 131 cm Ăl auf Leinwand | Hamburger Kunsthalle , Hamburg |
| | Lâamore alla fonte della vita Liebe an der Quelle des Lebens | 1896 | 70 Ă 98 cm Ăl auf Leinwand | Galleria dâArte Moderna, Mailand |
| | Pascoli di primavera FrĂźhlingsweide | 1896 | 95 Ă 155 cm Ăl auf Leinwand | Pinacoteca di Brera , Mailand |
| | Arvenzweig | 1897 | 32 Ă 77,5 cm Ăl auf Leinwand | Segantini Museum, St. Moritz |
| | La propaganda Der Sämann | 1897 | 51,3 Ă 53,7 cm Schwarze und weiĂe Kreide auf Papier | Segantini Museum, St. Moritz |
| | La vanitĂ Die Eitelkeit | 1897 | 78 Ă 126 cm Ăl auf Leinwand | Kunsthaus ZĂźrich, ZĂźrich |
| | Primavera sulle alpi FrĂźhling in den Alpen | 1897 | Ăl auf Leinwand | Auftragsbild â 1999 von den Erben des Auftraggebers verkauft [ 60 ] an French & Company â 2019 an das J. Paul Getty Museum |
| | Le due Madri Die beiden MĂźtter | 1899â1900; nach dem Tod Segantinis von Giovanni Giacometti vollendet. | 69 Ă 125 cm Ăl auf Leinwand | BĂźndner Kunstmuseum, Chur |
| | Il trittico della natura La vita Das Leben | 1898â1899 | 137 Ă 108 cm Kohle und ContĂŠ-Stift auf Karton | Stiftung fĂźr Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur Segantini Museum, St. Moritz |
| | Il trittico della natura La natura Die Natur | 1898â1899 | 137 Ă 127 cm Kohle und ContĂŠ-Stift auf Karton | Stiftung fĂźr Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur Segantini Museum, St. Moritz |
| | Il trittico della natura La morte Der Tod | 1898â1899 | 137 Ă 108 cm Kohle und ContĂŠ-Stift auf Karton | Stiftung fĂźr Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur Segantini Museum, St. Moritz |
Literatur
Primärliteratur
⢠Wilhelm Kotzde (Vorw.): Giovanni Segantini. Hrsg. von der Freien Lehrervereinigung fßr Kunstpflege, Mainzer Volks- und Jugendbßcher, Josef Scholz, Mainz 1908 (Porträt & 17 Tafeln). Umschlag von Max Wulff.
⢠Gottardo Segantini: Giovanni Segantini. Mit 16 mehrfarbigen und 48 einfarbigen Tafeln und 99 Bildern im Text. Rascher, Zßrich 1949.
⢠Franz Servaes: Giovanni Segantini. Sein Leben und sein Werk. Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1907.
⢠Beat Stutzer: Giovanni Segantini. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 7. Juni 2022, abgerufen am 20. September 2025.
⢠Chiara Ulivi: Segantini, Giovanni. In: Raffaele Romanelli (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 91: SavoiaâSemeria. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2018.
⢠Luigi Villari: Giovanni Segantini. The story of his life together with seventy five reproductions of his pictures in half tone and photogravure. T. Fisher Unwin, London 1901.
⢠Hans Zbinden: Giovanni Segantini. Leben und Werk. Verlag Paul Haupt, Bern 1964.
⢠Bianca Zehder-Segantini (Hrsg. u. Bearb.): Giovanni Segantinis Schriften und Briefe. Zßrich: Rascher Verlag, 1934.
Sekundärliteratur
⢠Karl Abraham: Giovanni Segantini. Ein psychoanalytischer Versuch. (= Schriften zur angewandten Seelenkunde, Heft 11), F. Deuticke, Leipzig/Wien, 1911/1925 (Volltext in der Bibliotheca Augustana, Digitalisat im Internet Archive).
⢠Heinz P. Adamek: Giovanni Segantini (1858-1899), Wegbereiter der Moderne â vergessener Ăsterreicher. In: "Kunstakkorde â diagonal. Essays zu Kunst, Architektur, Literatur und Gesellschaft". Wien: BĂśhlau 2016, ISBN 978-3-205-20250-9, S. 18â31.
⢠Reto Bonifazi, Daniela Hardmeier, Medea Hoch: Segantini. Ein Leben in Bildern. Werd, Zßrich 1999, ISBN 3-85932-280-X.
⢠Gian Casper Bott: Giovanni Segantini. Lehrmittelverlag Kanton Graubßnden, 1999.
⢠R. Eschmann: Todeserfahrung im Werk von Giovanni Segantini. V & R unipress, GÜttingen 2016.
⢠Alice Gurschner (Paul Althof): Erinnerungen an Giovanni und Mario Segantini. In: Neues Wiener Journal, 12. Juli 1927, S. 3 f. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwj
⢠Herta E. Harsch: Die Frucht der Liebe von Giovanni Segantini. Ein psychoanalytischer Beitrag. In: Museum der bildenden KĂźnste Leipzig, Jb. 08/09, Leipzig 2010, S. 64â77.
⢠Herta E. Harsch: Noch einmal Abraham und Segantini: Ăber eine Fehlleistung Abrahams. In: Luzifer-Amor, Heft 61 (21. Jg.), Brandes & Apsel, Frankfurt a. M. 2018 S. 24â39.
⢠Emil Heilbut: Giovanni Segantini. In: Kunst und KĂźnstler. Illustrierte Monatsschrift fĂźr bildende Kunst und Kunstgewerbe. Verlag von Bruno Cassirer, Berlin 1903, Jg. 1, S. 47â58.
⢠Annie-Paule Quinsac: Segantini: Catologo Generale. Mondadori Electa, Mailand 1982, ISBN 88-435-0731-1 (italienisch).
⢠Beat Stutzer: Blicke ins Licht. Neue Betrachtungen zum Werk von Giovanni Segantini. Scheidegger & Spiess, Zßrich 2004, ISBN 3-85881-159-9.
⢠Michael KrĂźger: Ăber Gemälde von Giovanni Segantini. MIt 47 farbigen Bildtafeln. Schirmer/Mosel, MĂźnchen 2022, ISBN 978-3-8296-0951-7.
⢠Beat Stutzer, Gioconda Leykauf-Segantini: Segantini. Bildband. Montabella 1999, ISBN 3-907067-02-9 (mehrsprachig).
⢠R. Wäspe: Segantini Giovanni. In: Ăsterreichisches Biographisches Lexikon 1815â1950 (ĂBL). Band 12, Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3580-7, S. 108 f. (Direktlinks auf S. 108, S. 109).
⢠Bernhard Wiebel: Zensur und Realisierung der Ausstellung ÂťSegantini â ein verlorenes Paradies?ÂŤ / ÂťSegantini â un paradiso perduto?ÂŤ Kritische Kunstwissenschaft um 1975. In: Martin Papenbrock, Norbert Schneider (Hrsg.): Kunstgeschichte nach 1968. V&R unipress, GĂśttingen 2010, ISBN 978-3-89971-617-7, S. 125â142 (Buchvorschau bei Google Books).
⢠Beat Stutzer (Hrsg.): Giovanni Segantini. Im Dialog mit Symbolismus und Futurismus, Ferdinand Hodler und Joseph Beuys. Mit Beiträgen von Oskar Bätschmann, Matthias Fischer, Paul Mßller, Eva Mongi-Vollmer und Beat Stutzer. Segantini Museum, St. Moritz; Scheidegger & Spiess, Zßrich 2014, ISBN 978-3-85881-439-5.
Ausstellungskataloge
⢠Felix Baumann, Guido Magnaguagno (Vorw.): Giovanni Segantini. 1858â1899. Kunsthaus ZĂźrich, 1990 (9. November 1990 bis 3. Februar 1991).
⢠Emil Bosshard, Hansjakob Diggelmann, Therese Fischer u. a. (Bearb.): Die Welt des Giovanni Segantini â Eine Ausstellung von Texten und Bildern. Schweizerisches Institut fĂźr Kunstwissenschaft, ZĂźrich, 1976/1977.
⢠Irma Noseda, Bernhard Wiebel (Kuratoren): Segantini â ein verlorenes Paradies? Segantini â un paradiso perduto? Hrsg. Gewerkschaft Kultur Erziehung und Wissenschaft GKEW ZĂźrich, ZĂźrich 1976, ISBN 3-7183-0001-X (deutsch und italienisch).
⢠Dieter Ronte, Oswald Oberhuber (Vorw.): Giovanni Segantini. 1858â1899. Wien 1981 (Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien. Museum des 20. Jahrhunderts, Wien, 10. Juli bis 23. August 1981 und Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck, 3. September bis 4. Oktober 1981).
⢠Beat Stutzer, Roland Wäspe (Hrsg.): Giovanni Segantini. Gerd Hatje, Ostfildern 1999 (Kunstmuseum St. Gallen, 13. März bis 30. Mai 1999; Segantini Museum, St. Moritz, 12. Juni bis 20. Oktober 1999), ISBN 3-7757-0561-9.
⢠Diana Segantini, Guido Magnaguagno, Ulf Kßster (Kuratoren): Segantini. Fondation Beyeler, Riehen/Basel, 16. Januar bis 25. April 2011, ISBN 978-3-905632-86-6.
Belletristik
⢠Raffaele Calzini: Segantini. Roman der Berge. Schßnemann 1939.
⢠Asta Scheib: Das SchÜnste, was ich sah. Hoffmann und Campe, Hamburg 2009, ISBN 978-3-455-40196-7.
⢠Catalin Dorian Florescu: Die Augen der Alten. in: Der Nabel der Welt. Erzählungen. C.H. Beck, Mßnchen 2017, ISBN 978-3-406-71251-7.
Filme
⢠Giovanni Segantini â Leben und Werk. (Alternativtitel: Giovanni Segantini â Life and Work., Giovanni Segantini â Sa vie et son oeuvre, Giovanni Segantini â La vita e l'opera, Giovanni Segantini â Vida y obra) Dokumentarfilm, Schweiz, 1990, 45 Min., Buch und Regie: Gaudenz Meili, Kommentar: Guido Magnaguagno, Sprecher: Wolfgang Reichmann, Dinah Hinz, Ingold Wildenauer. Die UrauffĂźhrung erfolgte am 9. November 1990 im Kunsthaus ZĂźrich, Inhaltsangabe von Gaudenz Meili, Filmszenen und Vorschau von The Roland Collection.
⢠Giovanni Segantini â Strolch und Star. Dokumentarfilm, (1. Teil), Schweiz, 2013, 30 Min., Buch und Regie: Beat Rauch, Produktion: NZZ, Reihe: NZZ Format, Erstsendung: 17. Oktober 2013, Inhaltsangabe und Vorschau von NZZ.
⢠Giovanni Segantini â Licht und Landschaft. Dokumentarfilm, (2. Teil), Schweiz, 2013, 29:30 Min., Buch und Regie: Beat Rauch, Produktion: NZZ, Reihe: NZZ Format, Inhaltsangabe und Vorschau von NZZ.
⢠Giovanni Segantini â Magie des Lichts. (Alternativtitel: Giovanni Segantini â Magia della luce.) Dokumentarfilm, Schweiz, 2015, 81:46 Min., Buch und Regie: Christian Labhart, Sprecher: Bruno Ganz, Mona Petri, Produktion: SRF SRG, Kinostart (Schweiz): 11. Juni 2015, Inhaltsangabe, Filmszenen und Vorschau von movies.ch, Besprechung in outnow.ch.
Weblinks
Commons
: Giovanni Segantini
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Publikationen von und ßber Giovanni Segantini im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek
⢠Literatur von und ßber Giovanni Segantini im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Umfassende Internetinformation Ăźber Giovanni Segantini â segantini.com
Ausstellungen
⢠Segantini Museum St. Moritz
⢠Werke von Giovanni Segantini bei Zeno.org
Biografien
⢠Dora Lardelli: Giovanni Segantini. In: Sikart
⢠Biografie von Giovanni Segantini bei cosmopolis.ch, September 1999
Anmerkungen und Einzelnachweise
Soweit nicht anders vermerkt, basiert der Hauptartikel auf der biografischen Zusammenstellung von Annie-Paule Quinsac zum Leben Segantinis in: Giovanni Segantini. 1858â1899. Kunsthaus ZĂźrich 1990, S. 225 ff.
cite-note-stutzer-w-spe200-11. â Beat Stutzer, Roland Wäspe (Hrsg.): Giovanni Segantini. Verlag Gerd Hatje, Ostfildern 1999, S. 200.
cite-note-22. â Michael Petters: Inter Media. Vielfalt und Reduktion. (Zulassungsarbeit), MĂźnchen 2001, S. 13 f., (PDF-Datei; 405 kB), in: michael-petters.de, aufgerufen am 17. Februar 2018.
cite-note-ronte1-33. â Seidenweber und Bergadelsleute. Abdruck aus: Tiroler Almanach/Almanaco Tirolese, Jg. 1980/10. Ausgabe. In: Dieter Ronte, Oswald Oberhuber (Vorwort): Giovanni Segantini. 1858â1899. Wien 1981 (Museum Moderner Kunst. Museum des 20. Jahrhunderts, Wien 10. Juli bis 23. August 1981 und Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck 3. September bis 4. Oktober 1981), S. 12.
cite-note-44. â Annie-Paule Quinsac (Zusammenstellung): Biographie. In: Giovanni Segantini. 1858â1899. Kunsthaus ZĂźrich 1990, S. 225.
cite-note-55. â Wolfgang MĂźller: Personenrätsel. Lebensgeschichte. In: Zeitmagazin, 20. September 2012, Nr. 39, S. 52.
cite-note-66. â Giovanni Segantini ist wieder en vogue.
cite-note-zbinden-s11-77. â Hans Zbinden: Giovanni Segantini. Leben und Werk. Verlag Paul Haupt, Bern 1964, S. 11.
cite-note-88. â Spätere Aufzeichnung, in: Schriften und Briefe, S. 18 f.
cite-note-99. â Gottardo Segantini: Giovanni Segantini. Rascher, ZĂźrich 1949, S. 24.
cite-note-1010. â Matthias Frehner: Ein realistischer Symbolist. Zum 100. Todestag von Giovanni Segantini. (Memento vom 2. Oktober 2008 im Internet Archive) In: Neue ZĂźrcher Zeitung / kirchen.ch, 25. September 1999, aufgerufen am 17. Februar 2018.
cite-note-1111. â Gottardo Segantini, ZĂźrich 1949, S. 26.
cite-note-1212. â Gian-Nicola Bass: Film Ăźber die Ausstellung Gottardo Segantini. 14. Juli 2018, abgerufen am 1. September 2018.
cite-note-stutzer-w-spe1-1313. â Beat Stutzer, Roland Wäspe (Hrsg.): Giovanni Segantini. Ostfildern 1999, S. 201.
cite-note-1414. â Comitato Segantini St. Moritz (Hrsg.): Giovanni Segantini und das Segantini-Museum in St. Moritz. Engadin Press, Samedan 1968, unpag.
cite-note-1515. â Ăber Hermann Hesses Peter Camenzind, der in das Japanische Ăźbersetzt wurde und in dem Segantinis Werk eine Rolle spielt, war das Interesse fĂźr Segantini erwacht.
cite-note-1616. â Hans Zbinden, Bern 1964, S. 39
cite-note-1717. â SehenswĂźrdigkeiten in Engadin St. Moritz: Atelier Segantini, Maloja. (Memento des Originals vom 12. August 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.engadin.stmoritz.ch In: engadin.stmoritz.ch, aufgerufen am 17. Februar 2018.
cite-note-1818. â Annie-Paule Quinsac: Der Fall Segantini. Schwankungen in der Rezeptionsgeschichte und die Bedeutung seines Werkes heute. In: Giovanni Segantini. 1858â1899. Kunsthaus ZĂźrich 1990, S. 21.
cite-note-segantini-1919. â FĂźr die drei Werktitel ist heute âLiebe an der Quelle des Lebensâ, âDie Frucht der Liebeâ und âDie bĂśsen MĂźtterâ gängig.
cite-note-2020. â Was ist Kunst?, in: Schriften und Briefe, S. 42 ff.
cite-note-2222. â Segantini.
cite-note-2323. â Hans Zbinden, Bern 1964, S. 58.
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cite-note-zbinden-s18-2626. â Hans Zbinden, Bern 1964, S. 18.
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cite-note-3131. â Gottardo Segantini, ZĂźrich 1949, S. 86.
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cite-note-quinsac-s19-3636. â Annie-Paule Quinsac: Der Fall Segantini. Schwankungen in der Rezeptionsgeschichte und die Bedeutung seines Werkes heute. In: Kunsthaus ZĂźrich 1990, S. 19.
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cite-note-3838. â Giovanni Segantini 1858â1899. Biografie, Biographie, Leben und Werk. In: cosmopolis.ch, aufgerufen am 17. Februar 2018.
cite-note-3939. â Paul Klee: Jungfrau im Baum (Virgin in the Tree) from Inventions. 1903. In: Museum of Modern Art, [1], aufgerufen am 17. Februar 2018.
cite-note-4040. â Hans und Rosaleen Moldenhauer: Anton von Webern. Chronik seines Lebens und Werkes. ZĂźrich 1979, S. 65 f.
cite-note-4141. â Siehe insbesondere Julian Johnson, Webern and the Transformation of Nature, Cambridge University Press, Cambridge 1999, S. 72â78; die Beiträge zu dem Themenband "Anton Webern und Giovanni Segantini", MusikTheorie 30/4 (2015); Sebastian Wedler, "Thus Spoke the Early Modernist: Zarathustra and Rotational Form in Webern's String Quartet (1905)", Twentieth-Century Music 12/2 (2015), S. 225â251; Matthias Schmidt, "Zu einigen Voraussetzungen bei der Betrachtung eines Skizzenblattes von Anton Webern", in: Webern-Philologien, hrsg. Thomas Ahrend und Matthias Schmidt, Lafite, Wien 2016, S. 9â26.
cite-note-metken-s33-4242. â GĂźnter Metken: Von Montesquiou bis Beuys. In: Kunsthaus ZĂźrich, 1990, S. 33.
cite-note-stutzer-s93-4343. â Beat Stutzer: Segantini, Joseph Beuys und die zeitgenĂśssische Kunst. In: Beat Stutzer (Hrsg.): Giovanni Segantini. Im Dialog mit Symbolismus und Futurismus, Ferdinand Hodler und Joseph Beuys. Mit Beiträgen von Oskar Bätschmann, Matthias Fischer, Paul MĂźller, Eva Mongi-Vollmer und Beat Stutzer, Segantini Museum, St. Moritz, Scheidegger & Spiess, ZĂźrich 2014, S. 93.
cite-note-4444. â âWenn ich das Environment âvoglio vedere [i miei montagne]â mache, meine ich die archetypische Idee des Berges: Die Berge des Selbst.â â Zitat Joseph Beuys in: Ilka Becker: Die Berge des Selbst. Mineralreich und Bergwelt im Werk von Joseph Beuys. Sonderdruck aus dem Wallraf-Richartz-Jahrbuch, Band LVIII, 1979, Dumont Buchverlag KĂśln, KĂśln 1997, S. 139.
cite-note-4545. â GĂśtz Adriani, Winfried Konnertz, Karin Thomas: Joseph Beuys. KĂśln 1994, S. 121.
cite-note-4646. â Ilka Becker: Die Berge des Selbst. Mineralreich und Bergwelt im Werk von Joseph Beuys. Dumont Buchverlag KĂśln, KĂśln 1997, S. 137.
cite-note-4747. â Theodora Vischer: Joseph Beuys. Die Einheit des Werkes. Verlag der Buchhandlung Walter KĂśnig, KĂśln 1991, S. 211.
cite-note-4848. â Nach dem keltischen Berggott Penninus (keltisch Pen: Bergspitze), der den Pennines in England, den Penninischen Alpen in der Schweiz und dem Apennin in Italien den Namen gab.
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